Soap Opera

Die großformatigen Fotografien zeigen Seifen aus der Makro-Perspektive, steril vor weißem Hintergrund, ihrem ursprünglichen Ort bewusst entrückt. Der Blick richtet sich auch auf die Behältnissen der Seifen, ihren Kleider oder Ruhestätten zugewandt. Sie erzählen ihre Geschichten über das Leben der Seifen, ausgetrocknete Flussbetten oder feuchte Biotope, unbedeutende Unterlagen oder kunstvoll gewählter Schick, Kleider machen Seifen. 

Aus diesen Perspektiven generieren die detailreichen Fotografien Einblicke in Schicksale hinter einem wenig beachteten Alltagsgegenstand. Schaumspuren, seltsame Formen des Abriebs oder ein einsames Haar verweisen auf Kontakte mit nackter Haut oder Begegnungen mit dem unheimlichen Virus. Vielleicht hat gerade dieses Stück Seife seine Fetthülle zerstört, die nötig ist um in uns einzudringen.

Höhlenausgänge

Überall wird fotografiert, die Flut der Bilder spült durchs Internet, in und um die sozialen Netzwerke. Was macht das mit uns? Bestimmen uns die Bilder oder wir sie?

Vor über 2500 Jahren hat der Philosophen Platon in seinem berühmten Höhlengleichnis einen Bildbegriff geprägt, der aktueller denn je ist. Wie Marionetten an ihren Smartphones verharren die Menschen bei Platon in ihrer dunklen Höhle beleuchtet von seltsamen Lichtspielen. Die Wirklichkeit wird zur Scheinwelt und die Scheinwelt zur Wirklichkeit.

 

In vorderster Linie am Spülsaum der Bilder steht der Fotograf. Was passiert, wenn er versucht, sich mit seiner Bildmaschine dem Strom zu widersetzen? Wenn er zum Chronisten seiner selbst wird? Was passiert, wenn er versucht, Platons Höhle zu verlassen so wie es einer in Platons Gleichnis getan hat und sich zum Licht bewegt oder gar die Licht-Bild-Maschine suizidal gegen sich selbst richtet?

 

Randerscheinungen

"Vor uns erstreckt sich der weiße Abgrund"

Kasimir Malewitsch

Banale Erscheinungen, unbedeutend, belanglos erscheint all das, was außerhalb unseres Interesses ist. Unser Fokus richtet sich auf das Wichtige, das Wesentliche, doch was ist wichtig? Von dem, was am Rand erscheint, wenden wir uns nicht ab, wir wenden uns dem aber auch nicht zu, wir lassen vieles liegen. Gibt es eine Schönheit der Dinge am Rand? –

 

Randerscheinungen gibt es nicht. Wenn wir etwas denken, lassen wir es erscheinen, alles, was wir als Randerscheinung erscheinen lassen, ist nicht Randerscheinung.

Aber unserer Blicke - und darum geht es, um das Visuelle - richten wir auf das Wesentliche und das Wesentliche liegt niemals am Rand unseres Interesses, unserer Aufmerksamkeit.

 

 

ZWISCHEN LICHT UND ZEIT

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Eine Klang–Licht–Bild–Performance

Mit poetischen Bildern und Klängen spürt diese Zusammenführung verschiedener Kunstformen (Fotografie, Klang-Performance) dem Verhältnis von Licht und Zeit nach.

„Der Zeit fehlt ein ordnender Rhythmus, dadurch gerät sie außer Takt … Das Gefühl, das Leben beschleunige sich, ist in Wirklichkeit eine Empfindung der Zeit, die richtungslos schwirrt.“ (Byung-Chul Han)

 

30.11.2019 Nikolaikirche Dortmund, 14.02.2020 Kreuzkirche Herne 

Presse

Smartphone-Fotografie

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Unsere Smartphones sind Fotoapparate, die mit so mancher professionellen Kamera mithalten können. Viele Journalisten, Fotoreporter und Fotokünstler nutzen eher ihr Handy als eine große und schwere Fotoausrüstung. Wir wissen oft gar nicht, welche Möglichkeiten der Fotografie unser Smartphone bietet.